"Psychische Gewalt" im Tischtennis

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Heimo
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Heimo »

man kann auch den Trainer zu Wort kommen lassen.

https://www.noen.at/sport/noe-sportmix/ ... -515483446
Waldandacht27
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Waldandacht27 »

Es ist ja gut, dass der betroffene Nachwuchstrainer jetzt eine eidesstaatliche Erklärung abgegeben hat. In einer eidesstaatlichen Erklärung aber kryptische Annahmen auszusprechen (hätte wissen müssen) ist nicht sehr glücklich. Zumal das eine einseitige Betrachtungsweise mit indirekter Schuldzuweisung ist. Ich war selbst als Kadertrainer tätig und habe Trainingskurse betreut. Besprechungen haben aber nicht in Hotelzimmern stattgefunden und schon gar nicht auf oder in Betten. Und wenn sich schon keine Sitzgelegenheiten in Zimmern befinden , bespricht man in den Trainingsräumlichkeiten. Die Bemerkung über das betrachtete Sexspielzeug im Internet beruht wieder auf eine indirekte Schuldzuweisung an andere. Ich weiß nicht, was der Nachwuchsbetreuer - wahrscheinlich auf Anraten eines Anwaltes - mit dieser eidesstaatlichen Erklärung eigentlich erreichen möchte. Nur der letzte Absatz ist eine klare Botschaft, in dem er darauf vertraut, das die Ermittlungen ein korrektes Gesamtbild ergeben. Darauf vertrauen wir eigentlich alle, um dieses mittlerweile peinliche Schauspiel von "nicht erreichbar, bin nicht verantwortlich, tragen keine Mitschuld, konnten nicht mehr tun, treten nicht zurück, haben alles richtig gemacht, kein Durchgriffsrecht,..." zu beenden und damit weiteren Imageschaden vom Tischtennis abzuwenden.
Oliver
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Oliver »

2 Dinge die mir dabei einfallen:'

-Wenn das alles so harmlos ist wie er es beschreibt, warum gibt es dann die Situation, dass sich mehrere Spielerinnen der Kärnter Landestrainerin bezüglich seines Verhaltens anvertraut haben?

-das Statement kommt nicht in etwa spontan, direkt nachdem die Vorwürfe publik wurden, sondern nach mehr als 1 1/2 Jahren - dafür ist das alles ein Bissl dünn

wie auch immer: ich hoffe, dass das alles möglichst schnell geklärt werden kann
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Markus G.
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Markus G. »

Es ist damit eindeutig, dass der junge Trainer eine Reihe von Fehlern gemacht hat, die man ihm zu Recht ankreiden kann. Es ist für mich keine Frage, dass auch sein gesamtes Umfeld hier versagt hat und ihm bereits viel früher sagen hätte müssen, Besprechungen in einem Mädchenzimmer sind absolut tabu. Eine männliche Begleitperson hat dort nichts zu suchen. Es ist für mich aber auch klar ersichtlich dass der Eindruck, den die Medien hier zum Teil erweckt haben oder erwecken wollten nicht 1:1 mit den tatsächlichen Geschehnissen übereinstimmen. Es ist wirklich zu hoffen, dass man hier versucht lückenlos und für alle Beteiligten fair aufklärt. In erster Linie aber sollten die Spielerinnen befragt werden und ihnen in Zukunft eine sportliche Betreuung und Umgebung geboten werden, in denen sie sich wohl fühlen. Denn auch wenn sich nun einiges etwas anders darstellt als ursprünglich angenommen, so haben sich die Mädchen im Beisein des Trainers unwohl gefühlt. Das ist Fakt. Und hier sollte man in Zukunft danach trachten ein besseres Miteinander Trainer/in Mädchen zu schaffen, denn nur dann sind Vertrauen gegeben und beste Trainings- und Wettkampfergebnisse möglich.
Waldandacht27
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Waldandacht27 »

Eine kleine Anmerkung dazu. Nur aufgrund einer eidesstattlichen Erklärung anzunehmen, dass nunmehr nicht alles so ist, wie die Medien berichtet haben oder berichten wollten ist defacto falsch. Zumal die Inhalte dieser Erklärung einer solchen nicht gerecht werden. Werden darin doch indirekte Schuldzuweisungen und Annahmen ausgesprochen. Solche Erklärungen sollten zum Ausdruck bringen, was der betreffende gemacht oder nicht gemacht hat. Und nicht wer "hätte wissen müssen..." und "möglicherweise hat ein Jugendlicher im Zimmer....". Und mit den Spielerinnen wurde ja gesprochen, aber eben nicht von den Verantwortlichen zur richtigen Zeit. Sie erhielten von offizieller Seite erst dann wirkliches Gehör, als über Druck der Öffentlichkeit die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde, oder vielmehr werden musste. Selbstredend soll es in Zukunft besser werden, die fehlende Verantwortung und die latente Rücktrittsmüdigkeit eines massiv involvierten Landespräsidenten lässt mich zumindest für diesen Teil zweifeln. Aber wer weiß, vielleicht wird doch noch Verantwortung übernommen und ein wirklicher Neustart mit nicht vorbelasteten Personen wird möglich. Dem Tischtennis würde es dienen.
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Harnikfan
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Harnikfan »

Ganz unabhängig vom aktuellen Fall muss man aber leider schon sagen, dass viele Mädchen und Frauen von den (sozialen) Medien auch sehr hysterisch gemacht werden in Bezug auf "sexuellen Missbrauch".

Ich bin da teilweise in Bubbles unterwegs, wo Frauen allen erstes sagen, dass sie sich von männlichen Ärzten unter Narkose nicht operieren lassen würden, wenn nicht zumindest eine Frau im OP-Saal anwesend ist.

Andere Frauen sprechen davon, dass 50% aller Männer Gewalttäter, Kinderschänder, Frauenmörder oder Kriegstreiber (fast wörtliches Zitat) sind.

Ich möchte den Trainer hier keinesfalls in Schutz nehmen. Aber auch von meiner Frau (Kindergartenpädagogin) weiß ich, dass bei diesem Thema alle heutzutage ganz hysterisch sind. Sogar wenn ein 4-jähriges (männliches) Kind einem 4-jährigen Mädchen sein "bestes Stück" zeigt, fordern die Eltern Konsequenzen für das Kind und mindestens dass er aus der Gruppe verwiesen wird.
Als männlicher Pädagoge oder Assistent darf man sowieso die Kinder am besten gar nicht mal berühren.

Also wir steuern hier auf sehr schwierige Zeiten für das männliche Geschlecht zu, wo alle vorverurteilt werden.

Gleichzeitig werden Personen bei sehr konkreten Anschuldigung aber oft noch in Schutz genommen, obwohl es sehr konkrete (glaubwürdige) Schilderungen gibt.

Den Spagat bei diesem Thema zu machen, ist zugegebenermaßen sehr schwierig.
>>Die Macht möge mit euch sein<<
Oliver
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Oliver »

deiner Frau oder Tochter würdest es auch so erklären, wenn sie sich mit Schilderungen von übergriffigem Verhalten an dich wenden?
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Markus G.
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Markus G. »

Ich hätte das sofort direkt geklärt und sicher nicht so lange zugewartet. Das hätte ich nicht ausgehalten.

Ganz allgemein gebe ich Harnikfan recht, wir leben in einer anderen Zeit. Ich würde das jedoch nicht zwingend als schlechter, manchmal aber auch als schwieriger interpretieren. So war es aber für unsere Urgroßeltern und Großeltern aber auch, als wir Kinder waren. Normen, Werte, soziales Verhalten sind ständigen Veränderungen unterworfen.
Waldandacht27
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Waldandacht27 »

Ja, nur wurden früher die Normen, Werte und das soziale Verhalten von den Eltern anerzogen. Und das war gut so, denn die Eltern haben auch die Verantwortung übernommen. Heute kommen diese Werte aus den sozialen Netzwerken und alles was früher gut war, ist out. Heute erziehen viele Eltern nicht mehr selber und schieben viele Verantwortungen an Bildungseinrichtungen und dergleichen ab. Habe aktuell mit vielen Kindern sportlich zu tun. Bemerke unglaubliche motorische und soziale Unzulänglichkeiten. Und ein hohes Maß an mangelnder Konzentration. Gleichzeitig sehe ich aber den Drang nach Strukturen und Schienen. Die bekommen sie aber, vor allem von zu Hause nicht mehr. Viele heutige Eltern kennen diese ja auch nicht mehr und sehen sich selbst als einzig wichtig. Und je mehr die Schere zwischen elektronisch gesteuerten Verhalten und fehlender bodenständiger Erziehung auseinander klafft, desto größer wird die Orientierungslosigkeit der Kinder. Nicht umsonst braucht schon jedes 4.Kind sozialpädagogische Betreuung und niemand ist schuld. Daher wundern mich die Schilderungen im Forum nicht.
Oliver
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Oliver »

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StrappingYoungLad
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von StrappingYoungLad »

Bin gespannt... mit Sporrer wird sich nichts ändern, mit Dobrounig keine Ahnung... die beiden Lager wird es so oder so weiterhin geben, ein Neustart sieht anders aus.
Oliver
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Oliver »

wer auch immer es wird, es kommt in jedem Fall jede Menge Arbeit auf den neuen Präsidenten zu
Nachdem das Sportministerium die Förderungen ja jederzeit wieder stoppen kann, sollte das Interesse ja eigentlich einem Neustart im Sinne des Sports gelten - die Frage ist aber, ob das die LV Präsidenten geschlossen auch so sehen?
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Markus G.
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Markus G. »

Es ist halt immer wenn Politik im Spiel ist, etwas mühsam. Rudi ist ein toller Funktionär, dem unser Sport am Herzen liegt, sonst würde er hier nicht einspringen. Aber ich hätte es mir an seiner Stelle nicht angetan. Trotzdem oder gerade deswegen Hut ab!
StrappingYoungLad
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von StrappingYoungLad »

Markus G.
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Markus G. »

Spannend! Schön, dass man sich zusammen „gerauft“ hat. Ganz wichtig, dass Mathias weiterhin im ÖTTV tätig ist. Ohne ihn hätte es finster ausgesehen. Aus persönlichen Gründen tut es mir um Conrad sehr, sehr leid.
StrappingYoungLad
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von StrappingYoungLad »

Das können wirklich nur persönliche Gründe sein... bei Matthias hast du aber Recht ;-)
Waldandacht27
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Waldandacht27 »

Stimme ich zu, können wirklich nur persönliche Gründe sein. Weil vom Charakter, vom sozialen Verhalten und von Wertschätzung anderen gegenüber ist bei Miller ausreichend Luft nach oben. Wundere mich allerdings, dass man hier nicht in eine fristlose Vertragsauflösung geht. Verbandsschädigendes Fehlverhalten gab es ja wohl genug. Da würde ich schon eine allfällige arbeitsrechtliche Auseinandersetzung nicht scheuen.
Oliver
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Oliver »

sein Ausscheiden hat er aus meiner Sicht durch sein Verhalten schon selbst verursacht, sowohl beim Asvö als auch beim ÖTTV

bleibt zu hoffen, dass wirklich alle miteinander arbeiten und nicht nur die eine Hälfte mit Sporrer spricht während die andere nur mit
dem neuen Präsidenten arbeitet

aus welchem Grund kann man ein aufrechtes Dienstverhältnis nicht einfach kündigen?
Normalerweise sind die Fristen etc. ja ohnehin entsprechend geregelt / festgelegt
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Waldandacht27
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Waldandacht27 »

Kündigen / auflösen schon, aber dann ist restliche Laufzeit (hier offenbar bis 2028) auszuzahlen. Es sei es liegen schwerwiegende Verfehlungen vor, die dem Dienstnehmer zuzuordnen sind. Daher wird offenbar nach einer Lösung gesucht.
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Heimo
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Heimo »

Markus G. hat geschrieben: Do 14. Mai 2026, 10:40 Spannend! Schön, dass man sich zusammen „gerauft“ hat. Ganz wichtig, dass Mathias weiterhin im ÖTTV tätig ist. Ohne ihn hätte es finster ausgesehen. Aus persönlichen Gründen tut es mir um Conrad sehr, sehr leid.
Ich schließe mich Deiner Meinung an. Was Conrad betrifft auch, meiner Meinung nach war er ungeschickt, aber als Mensch ist er schwer in Ordnung.
Oliver
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Re: "Psychische Gewalt" im Tischtennis

Beitrag von Oliver »

Waldandacht27 hat geschrieben: Do 14. Mai 2026, 13:50 Kündigen / auflösen schon, aber dann ist restliche Laufzeit (hier offenbar bis 2028) auszuzahlen. Es sei es liegen schwerwiegende Verfehlungen vor, die dem Dienstnehmer zuzuordnen sind. Daher wird offenbar nach einer Lösung gesucht.

ist der DV an die Laufzeit bis zur nächsten Wahl gekoppelt?
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